Künstlerin sein

Ich bin und bleibe Französin… Deshalb erstmal meine Französischen Gedanken über das „Künstlerin sein“ auf Französisch:

„L’artiste peintre Paula Modersohn-Becker (1879- 1907) écrit un jour à son ami poète Rainer Maria Rilke:
„Et voila qu’à présent je ne sais plus comment je dois signer mes toiles. Je ne suis pas Modersohn et non plus Paula Becker. Je suis moi. Et espère le devenir toujours plus. C’est  sans nul doute l’ultime objectif de tous nos combats.“
Ces mots auraient pu sortir de ma bouche. C’est exactement pour cela que je me suis décidée à changer mon nom d’artiste. Depuis 2016, je ne signe plus que „Sof“, tout court et tout simplement… depuis toujours mon surnom.

Voigt est mon nom de femme mariée et celui de nos enfants.
Je suis née Chadeyron et le suis restée jusqu’à mon mariage.

Sof est court, plus original que Sophie et sonne quasi „asexuel“. Non pas que je sois devenue une réelle féministe au fil des années… mais sans doute quelque peu. Ma famille fait partie de ma vie et je ne rayerai pas mes enfants de mon cv sous prétexte que cela ne fait pas pro et rabaisse mon statut d’artiste à un hobby de femme au foyer. L’homme artiste n’est pas tamponné de non professionnalisme sous prétexte qu’il est père et n’aura pas non plus à s’en justifier.

Sof, de même que Paula Modersohn-Becker, sera toujours en recherche de ce „je“, qui toujours évolue, désespère souvent, trouve parfois, et inévitablement se transforme. Quel être pensant et ressentant peut donc arrêter un jour d’en faire de même et prétendre s’être définitivement trouvé?“

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„Die Malerin Paula Modersohn-Becker (1879- 1907) schrieb einmal an ihren Dichterfreund Rainer Maria Rilke:
„Und jetzt weiß ich nicht, wie ich meine Bilder signieren soll. Ich bin nicht Modersohn und Paula Becker ist es auch nicht. Ich bin ich. Und ich hoffe, dass dies immer mehr der Fall sein wird. Dies ist zweifellos das Endziel all unserer Kämpfe.“ Diese Worte hätten auch aus meinem Mund kommen können. Das ist genau der Grund, warum ich mich entschieden habe, meinen Künstlernamen zu ändern. Seit 2016 unterschreibe ich nur noch mit meinem Spitznamen „Sof„, schlicht und einfach…  schon immer mein Nickname.

Voigt ist mein Ehename und der unserer Kinder.
Ich wurde als Chadeyron geboren und blieb dies bis zu meiner Heirat.

Sof ist kurz, origineller als Sophie und klingt fast „asexuell“. Nicht, dass ich im Laufe der Jahre eine echte Feministin geworden wäre… aber wahrscheinlich ein bisschen. Meine Familie ist ein Teil meines Lebens und ich werde meine Kinder nicht aus meinem Lebenslauf streichen, weil das nicht professionell aussieht und meinen Status als Künstlerin auf ein Hausfrauenhobby reduziert. Der männliche Künstler wird nicht unter dem Vorwand, dass er Vater ist, mit Unprofessionalität abgestempelt und muss sich auch nicht dafür rechtfertigen.

Sof wird, wie Paula Modersohn-Becker, immer auf der Suche nach diesem „Ich“ sein, das sich immer entwickelt, oft verzweifelt, manchmal findet und sich unweigerlich verändert. Welches denkende und fühlende Wesen kann eines Tages aufhören, dasselbe zu tun und so tun, als hätte es sich endgültig gefunden?“